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„Blind sollen wir weiter konsumieren.“

März 28, 2009

Rede von mir auf dem attac Wagen der Demo: „ Wir zahlen nicht für eure Krise!“ am 28.März in Berlin.

„Seid Monaten hallt es uns entgegen:
Wir müssen konsumieren, mehr konsumieren, uns zu Konsummaschinen machen.
Die Wirtschaft gehört angekurbelt.
Das System muss schließlich funktionieren.
Das System des ständigen Wachstum, des ständigen Konsumierens, Produzierens, Ressourcen Verbrauchens.

Bis wann?
Ja bis wann wird es so weiter gehen?
Wie lange soll diese Logik noch funktionieren?
Wann erreichen wir die Grenzen des ewigen Wachstums?
Wann ist alles ÖL aus dem Boden gepumpt, die Kohle abgebaggert, Gewässer vergiftet, Wälder gerodet und Meere leer gefischt.

Blind sollen wir weiter konsumieren.
Die Wirtschaft aus der Krise retten.
Damit die Wohlhabenden nicht auf ihren Pelz verzichten müsse und nicht noch mehr Arme hungern müssen.
Damit die Ressourcen der Erde weiter aufgebraucht werden. So lange, bis nichts mehr da ist.

Ein weiter so- weiter so konsumieren – weiter so produzieren darf es nicht geben.

Wir brauchen ein anderes Wirtschaft system.
Ein System der ökologischen Nachhaltigkeit und sozialen globalen Gerechtigkeit.
Indem nicht bis zum umfallen konsumiert und gearbeitet werden muss.
Indem nicht die einen Pelz tragen und die anderen Hungern müssen.
Indem wir nicht die ökologischen Grenzen unseres Wirtschaftens überschreiten – bis alles zusammenbricht.

Die Welt kämpft nicht nur mit der Wirtschaftskrise.
Die Nahrungsmittelkrise und die Klimakrise drängen
Eins nach dem andern werden wir sie nicht lösen können.
Wir werden sie nur gemeinsam lesen können- den viele Problem bedingen und verstärken sich durch alle drei Krisen gegenseitig.

Deshalb lasst uns weiter Seite an Seite streiten. Für radikalen Klimaschutz, für eine bedingungslose solidarische Gesellschaft und gerechte Verteilung der Nahrungsmittel.
Lasst uns die Kraft dieser Demo inhalieren und sie in die Gesellschaft und in die Parlamente tragen. Um dort für einen neuen Aufbruch streiten.

Konsum, Konsum um des Konsums Willen und der Befriedigung unsere abgestumpften Materiellen Gefühle. Befriedigung durch Konsum von Kinderarbeit gefertigten Gütern in glitzernden Kaufhäuser – das war gestern. Heute beginnt die Zukunft.“

2 Kommentare

  1. Die Krise ist nicht nur eine Konsequenz der letzten Jahre, sie ist eine Warnung. Eine Warnung davor, dass Geldgier und Materialismus der Welt nicht gut tun.


  2. vielleicht auch eine Warnung an die Grüne Jugend, das ist endlich Zeit ist wieder in größeren Dimensionen zu denken. Radikaler, Kritischer, Linker.
    Auch hier gilt: Die FDP (oder bessser die Julis) gibt es schon – und wenn wir nicht als ein Haufen Ökokapitalisten sind – sind wir nichts als Überflüssig.
    Plattitüden – statt Attitüde von uns friedlich eingenisteter Verein von Bürger_innenkindern die sich eigentlich mit dieser Welt – so wie sie ist – total wohlfühlen.



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